• Blütentrauben und Fiederblätter der Gewöhnlichen Robinie
  • Bewegte Struktur der Borke der Robinie
  • Zarte Fiederblätter der Robinie im Gegenlicht
  • Kronenbereich einer Robinie mit Belaubung
  • Kronenbereich mehrerer Robinienbäume im Winter

Baum des Jahres 2020 – Die Gewöhnliche Robinie

Die aus Nordamerika stammende Gewöhnliche Robinie (Robinia pseudoacacia) ist aufgrund ihrer dekorativ und exotisch wirkenden Erscheinung ein begehrtes Gehölz für Park- und Gartenanlagen. Auffällige Erkennungszeichen sind die kräftigen Dornen an der Basis der Blattstiele, die tief gefurchte Borke und die für Schmetterlingsblütler typischen Hülsenfrüchte. Weitere unverkennbare Merkmale sind die zarten Fiederblätter, die hängenden weißen Blütentrauben und die oft bizarr verzweigte, lichtdurchlässige Krone.

Im Verlauf der Kolonialisierung Nordamerikas wurden Anfang des 17. Jahrhunderts erste Robinien in Europa gepflanzt – in Deutschland um 1670 im Lustgarten des Berliner Stadtschlosses. Das Interesse an der Robinie als Parkbaum nahm mit der Entwicklung der großzügig angelegten Landschaftsparks zu. Des Weiteren wurde sie zunächst für die Rückgewinnung von jahrhundertelang übernutzten und verödeten Wäldern in Arealen mit sandig-trockenen Böden aufgrund ihres ungewöhnlich schnellen Wachstums und der erstaunlichen Härte des Holzes genutzt.

Heute wird die Robinie unter anderem als Bienenweide, als Hecken- und Feldgehölz und als Alleebaum an Stadt- und Landstraßen verwendet, da sie sehr salz- und immissionstolerant ist und gut mit dem städtischen Klima und den oft schwierigen Bodenverhältnissen zurechtkommt.
Dank ihres dichten und weit in die Breite reichenden Feinwurzelsystems wird die Robinie zur Bodensicherung an Steilhängen, auf Dämmen, an Böschungen und auf offenen Sandflächen eingesetzt. Sie ist nach einem Brand oder Sturm ein Pionier-Gehölz an lichten und extrem kargen Standorten aufgrund der ungewöhnlichen Eigenschaft mithilfe von Bakterien, die in Knollen an ihren Wurzeln leben, Luftstickstoff für sich nutzbar zu machen.

Die Rinde, die reifen Samen und die Blätter der Robinie sind für uns Menschen giftig. Jedoch sind die stark duftenden Blütentrauben essbar und aus dem Blütensaft lassen sich Limonaden und Gelees herstellen. Der aus Robinienblüten gewonnene Honig – auch Akazienhonig genannt – ist mild und klar.
Robinienholz ist ein zähes und elastisches Holz und weist eine besondere Härte und ungewöhnlich hohe Witterungsbeständigkeit auf. So findet es im Wasser- Boots- und Brückenbau Verwendung, als auch für Lärmschutzwände, Gartenmöbel und Spielplätze als Alternative zu Tropenhölzern im Outdoor-Bereich.

Aufgrund der Fähigkeit Luftstickstoff im Boden anzureichern und der stark austreibenden Wurzelbrut wurde die Robinie vom Bundesamt für Naturschutz als invasive Baumart eingestuft. Sie ist ein Beispiel für eine nichteinheimische Baumart, die die Biodiversität von nährstoffarmen Landschaftsbereichen gefährdet.
Mit Blick auf die fortschreitende Klimaerwärmung könnte die Robinie aufgrund ihrer besonderen Eigenschaften jedoch als Hoffnungsträger gesehen werden.

(Quelle: http://baum-des-jahres.de, Baum des Jahres – Dr. Silvius Wodarz Stiftung)

(Bildquellen: pixabay.com)